William Phillips – Der Physik-Nobelpreisträger, der im Gospelchor singt

William D. Phillips
Imported Image
William D. Phillips
9.5.2018
2 min

Für das Kühlen und Einfangen von Atomen mit Laserlicht erhielt William Phillips zusammen mit zwei anderen Wissenschaftlern den Physik-Nobelpreis. Kürzlich besuchte der Forscher die Universität Irchel in Zürich und sprach mit dem «Tages-Anzeiger» über Gott, die Welt und Atome.Weil Atome im Schnitt mit 2'000 Kilometern pro Stunde unterwegs sind und selbst bei Minus 270 Grad Celsius noch mehr als doppelt so schnell sind wie auf unseren Autobahnen erlaubt, waren sie für Wissenschaftler nur schwer zu studieren.

Dank Laserstrahlen konnte der Physiker William Phillips sie auf Schritttempo abbremsen. Für diese Entwicklung wurde er 1997 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet, zusammen mit Steven Chu und Claude Cohen-Tannoudji – die drei zählen zu den Pionieren der Laserkühlung. Eine Entwicklung, die sich auf Atomuhren und genaue Positionsbestimmung in der Weltraumnavigation auswirkt.

Schon im Alter von fünf oder sechs Jahren habe er ein Mikroskop erhalten, erinnert sich William Phillips im «Tages-Anzeiger», und mit zehn habe er gewusst, dass sein wahres Interesse der Physik gelte.

Gläubige Menschen sind keine Einfaltspinsel

Der zweifache Familienvater gehört einer Methodistenkirche an, wo er auch im Gospelchor singt. Dies sei ein wichtiger Teil seines Lebens, sagt Phillips, der auch Mitglied der päpstlichen Akademie der Wissenschaften ist.

Beim Singen könne er den Arbeitsstress hinter sich lassen. Es gebe Leute, die einen Widerspruch zwischen Wissenschaft und Religion sehen. «Oft bedeutet das, dass sie Wissenschaft ablehnen, das ist gefährlich.»

Phillips zitiert den italienischen Universalgelehrten Galileo Galilei, der sagte: «Religion lehrt uns, wie wir in den Himmel kommen. Wissenschaft lehrt uns, wie sich der Himmel bewegt.» Wer wissen wolle, wie man sich mit den Mitmenschen verstehen soll, müsse Ethiker und Theologen fragen, nicht Physiker. Er wolle, dass religiöse Menschen die Wissenschaft nicht als Teufelswerk darstellen und das säkulare Menschen die religiösen nicht als abergläubische Einfaltspinsel darstellen.

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Story
Verena Läuchli-Plüer

Wenn Schönheit auf den Schöpfer verweist

Farben begeistern Verena Läuchli-Plüer seit jeher. Als Farb- und Stilberaterin hilft sie Menschen, ihre natürliche Schönheit zu entdecken. Doch ihr eigentliches Anliegen geht tiefer: Sie möchte, dass in ihrem Leben und in ihren Begegnungen etwas von der Schönheit und Liebe Gottes sichtbar wird.
Story
rolf-brennwald

Verschiedene Hüte und die eine Beziehung zu Gott

Rolf Brennwald ist 65 Jahre alt und wohnt mit seiner Frau Brigitte in Wangen bei Olten. Seine Beziehung zu Jesus pflegt er auf verschiedene Art und Weise. Das beginnt bei ihm schon am Morgen. So habe ich ihn für unser Interview gleich «in flagranti» erwischt, in der Stille.
Story
Tyler White legt als DJ bei den «Autism-Speaks-Walks» auf

Getragen von Hoffnung als Inspiration für andere

Tyler White, auch bekannt als «DJ TyWy», wuchs mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) auf. Die Musik half ihm, soziale Hürden zu überwinden. Sein Glaube ist die tragende Säule in seinem Leben.
Story
Melissa Ferguson unterstützt Menschen durch ihre Bücher den Blick auf die Wahrheit zu richten

Den Blick für wahre Prioritäten nicht verlieren

Sie selbst sei oft zu beschäftigt gewesen, um beispielsweise zu beten. Doch heute rät Melissa Ferguson dazu, die Prioritäten so festzulegen, dass echter Frieden ins Leben kommt.