«Ich habe keine Angst vor dem Tod» – Früher Extremist, heute betreut er 13 Gemeinden

Negash (links, möchte aus Sicherheitsgründen anonym verbleiben) im Gespräch mit einem Mitarbeiter von Global Christian Relief
globalchristianrelief.org
Negash (links, möchte aus Sicherheitsgründen anonym verbleiben) im Gespräch mit einem Mitarbeiter von Global Christian Relief
Negash tat alles ihm Mögliche, um den Islam zu verteidigen. Bis ihm eine Bibel in die Hände fiel. Zunächst konnte er nichts damit anfangen. Doch dann träumte er von einem Mann – und danach las er dessen Worte in der Bibel…
6.2.2023
2 min

«Ich hatte noch nie zuvor eine Bibel in der Hand gehabt», erinnert sich Negash (Name geändert). Er war in einer streng muslimischen Familie Ost-Afrikas aufgewachsen. Schon als junger Mann wurde er immer extremistischer in seinem Glauben. Und durch seinen wachsenden Einfluss hielt er alles und jeden auf, der sich in irgendeiner Weise gegen den Islam stellte – bis ihm jemand eine Bibel gab.

Die Bibel war als Pfand im Laden hinterlassen worden, der Negash gehörte. Zunächst war der junge Mann frustriert, weil die Bibel absolut keinen Wert für ihn hatte. Er riss sogar einige Seiten raus, um sie zum Verpacken von Zucker zu nutzen, aber das Papier war zu dünn dafür.  

«Weg, Wahrheit, Leben»

Bald darauf begann Negash von einem Mann zu träumen, der in weiss gekleidet war. Im Traum sagte der Mann zu ihm: «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.» Die Träume machten Negash Sorgen, waren aber gleichzeitig wunderschön. «Ich hatte Angst, wollte ihn aber trotzdem wiedersehen», berichtet er.

Irgendwann öffnete er dann die Bibel und fand den Satz, den der Mann gesagt hatte, im Johannesevangelium, Kapitel 14. In dem Moment übergab er sein Leben Jesus und verliess den Islam. Er wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass dies Schmerzen und Verfolgung bedeuten würde, aber seine Beziehung mit Jesus war innig und er erlebte Wunder und Gebetserhörungen.

Begeisterung trotz Verfolgung

Er war so begeistert, dass er allen um sich herum von Jesus erzählte. Seine Familie wurde wütend und er bekam auch im Dorf Feinde. Doch er begann, Gemeinden in der gesamten Gegend zu gründen. Eines Abends, als Negash gerade einen Hausgottesdienst leitete, übergossen Nachbarn das Haus mit Benzin und zündeten es an. Negash und die Gottesdienstbesucher kamen nur knapp mit dem Leben davon. «Das Feuer verbrannte unsere Kleider, aber es tat uns selbst nichts an. Die Männer waren erstaunt und ich sagte ihnen: 'Jesus rettet!'» Später wurde er geschlagen und schwer gefoltert, doch er hielt an seinem Glauben fest.

Irgendwann verliess er seinen Heimatort, um seine Familie zu schützen, doch er gründete insgesamt 13 Gemeinden in der Region. Heute kümmert er sich weiterhin um die von ihm gegründeten Kirchen und reist ständig hin und her, um Gläubige im Untergrund zu betreuen und zu schulen. «Ich glaube, dass ich nicht sterben werde, bis Gott seine Mission mit mir beendet hat. Ich habe keine Angst vor dem Tod!»

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