Levi Shepherd – Tod oder Gefängnis – Gott fragte: «Wie lange willst du noch so weitermachen?»

24.5.2016
3 min

Levi wuchs in der Dunkelheit auf. Seine Mutter starb als er zehn war, sein Vater zeigte sich nicht. Zerbruch, Missbrauch, Gang lauteten die nächsten Stationen. Bis eine Wende geschah, durch die sein Leben völlig verändert wurde.

Sein Vater kümmerte sich nicht um ihn und seine Mutter verstarb, als er zehn war – Levi Gideon Shepherd kennt das Leben als Waise aus erster Hand, er wurde von Heim zu Heim gereicht. In einem wurde er missbraucht und so rannte er im Alter von 17 Jahren weg. Wegen gesundheitlichen Problemen brach er auch den Armee-Dienst ab.

Mit dem Wunsch, irgendwo dazuzugehören, schloss er sich einer Gang an. «Ich war in Drogen verstrickt und ich war ein harter Typ, weil mir egal war, was mit mir geschah.» Den Gang-Führern gefiel dies. Er arbeitete sich durch die Ränge empor, bis er an zweiter Stelle war, der Schützling vom Boss. «Ich wurde seine rechte Hand. Wo er hinging, ging ich hin.» Dies zwei Jahre lang.

«Wie lange noch?»

Der eingeschlagene Weg bot zwei Möglichkeiten: sein Leben nach nicht allzu langer Zeit zu verlieren oder im Gefängnis zu enden. Als er zwanzig Jahre war, kam es Gang-intern zu einer äusserst heftigen Auseinandersetzung. «Der Boss drückte mir seine Pistole ins Gesicht. Ich lief davon.»

In einer Nacht hörte er deutlich, wie Gott ihn fragte: «'Wie lange willst du noch so weitermachen?' Ich war vollkommen clean. Nun sass ich in meinem Bett auf. Und ich hörte ihn ein zweites Mal: 'Wie lange willst du noch so weitermachen?'» Diese beiden Male habe er es laut gehört. Die Frage sei ihm ein drittes Mal gestellt worden, diesmal im Flüsterton: «Wie lange willst du noch so weitermachen?» Levi weinte. Zwei Wochen später entschied er sich für ein Leben mit Jesus.

Durchgetragen

Diese Entscheidung war nicht einfach ein Gebet, sondern ihr folgte eine völlige Abkehr von seinem bisherigen Leben, hin zu einem neuen.

Während andere aufgrund eines schweren Lebens sich wünschen, nochmal ein Kind zu sein, sei dies bei ihm völlig anders. «Ich habe es geradeso durch die erste Zeit geschafft. Wie ich da überhaupt durchgekommen bin, ist mir schleierhaft. Ich kann nur rückblickend feststellen, dass Gott mich da durchgetragen hat.»

Es sei nicht er selbst gewesen, der sich durch den Tag gebracht habe. «Ich war sehr stur, doch das war nicht genug, um alles zu ertragen.»

In seinem Erleben habe er gelernt, nicht auf die negativen Äusserungen oder auf das eigene Ego zu hören. «Oft denken wir, dass wir alles falsch gemacht haben. Manchmal liege ich nachts wach und frage mich, warum ich noch am Leben bin. Meine Vergangenheit kommt mir wie ein höllischer Alptraum vor, aus dem ich erwacht bin. Doch das ist einzig und allein Gnade.»

Wenn er sehe, woher er gekommen sei, müsse er demütig bekennen, dass das nicht er gewesen ist, sondern Gott – und dieser sei bereit, das für jeden Menschen zu tun.

Liebe kennengelernt

In den zwölf Jahren, die er mittlerweile als Christ unterwegs ist, habe er die Liebe Gottes als etwas kennengelernt, das nicht mit etwas von dieser Welt verglichen werden könne. Es sei ein himmlisches Sich-Geborgen-Fühlen. «Für mich ist es Liebe, zu wissen, dass mein Schöpfer mich liebt und wissen lässt, dass ich nicht alleine bin. Zu wissen, dass ich nicht ein misslungenes Projekt bin und dass der Schmerz nur vorübergehend ist.»

Gott lade zu sich ein, um von ihm berührt zu werden, in einer Weise, von der wir Menschen mehr wollen. «Es ist eine Heimat, die man nicht mehr verlassen möchte.»

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