Psalmen halfen hinter Gittern – «Ich wachte am Morgen als ein neuer Mensch auf»

11.6.2017
3 min

Mitten in seiner verheissungsvollen Karriere im American Football wurde seine Laufbahn jäh unterbrochen: Michael Vick musste für über eineinhalb Jahre ins Gefängnis . Nun sagte er in einem Radio-Interview, dass dieser Tiefpunkt ihm zeigte, «dass Gott wirklich existiert».
Er gehörte zu den aufstrebenden Stars in der prestigeträchtigen «National Football League». Als Quarterback (eine Art Spielmacher) spielte er sechs Saisons bei den «Atlanta Falcons», dabei stand er dreimal in «Pro-Bowl»-Teams («All-Star»-Auswahlen), bevor er 2007 ins Gefängnis musste. Brot im Knast statt Bilderbuch-Karriere.

Doch in einem Radio-Interview («Faith on the Field» bei «AM 610») sagte Vick nun, dass er dadurch Gott begegnet sei. Aufgewachsen ist er christlich, als Kind lag die Bibel unter seinem Kopfkissen. Damals habe er immer wieder gebetet, dass sein Traum wahr würde, dass er auf das College gehen und eine professionelle Laufbahn einschlagen könnte. Nachdem er tatsächlich Superstar geworden war und als lauffreudiger Quarterback gefeiert wurde, begann sich seine Sicht zu ändern.

Abgeglitten

«Ich begann zu denken: 'Ok, ich habe es geschafft. Ich bin angekommen, das ist es jetzt.' Man beginnt zu denken, dass Geld sehr wichtig ist. Dem Geld nachjagen wird immer wichtiger und all die Verträge und Auftritte», blickt er zurück. Er habe begonnen, nachts spät wegzubleiben und nicht mehr so hart zu arbeiten, wie es möglich gewesen wäre. «Grundsätzlich lebte ich einfach, nicht naiv, aber zufrieden mit der Position, in der ich war.»

Doch dann verstrickte er sich in illegale Hundekämpfe. Dies führte ihn zu einer über eineinhalbjährigen Haftzeit, die ihn zwei Saisons mitten in der Blüte seiner Karriere kostete.

«Es war Gottes Zeit»

Es habe sich um eine Zeit Gottes gehandelt, sagte Michael Vick im Gespräch. «Schon länger hatte ich eine schwarze Wolke über meinem Kopf gespürt.» Im Gefängnis ging er in sich. Dadurch habe er erkannt, dass Gott wirklich real ist. «Es zeigte sich, dass ich nicht grösser oder besser bin als jemand anderes .»

«Ich war gesegnet und er segnete mich.» Er habe zuvor viele Chancen gehabt, es richtig zu machen, aber nicht getan. Hinter Gittern sei er in der Lage gewesen, das Leben aus einer anderen Perspektive zu sehen. Dieser Prozess habe 18 Monate gedauert.

«Als neuer Mensch aufgewacht»

Im Knast wurden ihm unter anderem die Psalmen wichtig. Aber auch «das Buch Jeremia und das Buch Hiob. Die Psalmen waren sehr kraftvoll. In der schwierigsten Zeit trugen sie mich durch. Ich las am Abend in ihnen und wachte am Morgen als neuer Mensch auf.» Wenn es schien, als würde er zusammenbrechen, habe ihm das Lesen in der Bibel Ruhe geschenkt.

Dann betete er um eine zweite Chance – und sie kam: 2009, nach der Haft, unterschrieb er einen Vertrag bei den «Philadelphia Eagles». Sieben Saisons bei drei Teams konnte Vick anhängen. Er nutzte die Chance, die sich ihm bot. 2010 wurde er zum Spieler des Jahres gewählt.

Im Februar 2017 beendete er seine Laufbahn im Alter von 36 Jahren. In der zweiten Hälfte seiner Karriere war er – im positiven Sinne – ein anderer Mensch. Heute spricht Vick unter anderem auf christlichen Veranstaltungen.

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