Savannah Guthrie – «Ich will mir kein dickes Fell zulegen»

TV-Moderatorin Savannah Guthrie
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TV-Moderatorin Savannah Guthrie
Die gebürtige Australierin Savannah Guthrie ist als TV-Moderatorin mit vielen schlechten Nachrichten konfrontiert. Doch sie will nicht, dass ihr Herz hart und kalt wird – ihr Ziel ist es, Hoffnung zu verbreiten.
16.5.2024
4 min

«Ich wurde im australischen Melbourne geboren, doch ich habe keine Erinnerungen daran; als ich vier, fünf Jahre alt war, zogen wir nach Arizona», erzählt Savannah Guthrie. In den USA entschieden sich ihre Eltern, dass es gut wäre, in eine Kirche zu gehen, damit die Kinder eine religiöse Erziehung bekommen. «Eine meiner frühesten Erinnerungen ist, wie meine Eltern vor der Kirche getauft wurden.»

«Wir gingen am Mittwochabend und am Sonntagmorgen zum Bibelstudium oder zur Sonntagsschule. Meine Schwester sagt, dass Gott das sechste Mitglied unserer Familie ist. Gott war ein wichtiger Teil unserer Familie.»

Schwerer Schlag

Als sie 16 Jahre alt war, starb ihr Vater. «Er war erst 49 Jahre alt und meine Mutter 46. Ich bin jetzt 52 – ich kann einfach nicht glauben, was sie durchmachen musste. Sie war Hausfrau gewesen und hatte nie ausser Haus gearbeitet.» Schliesslich half die Oma, die Kinder zu betreuen.

In der Highschool war Savannah Guthrie ein Faulpelz. «Ich schwänzte den Unterricht, hing herum und rauchte. Ich hatte keine grosse Vision für mich.» Doch sie liebte das Schreiben und schlug nach dem College eine Laufbahn als Journalistin ein. Nach ersten Erfahrungen im Nebenjob verschickte sie Kassetten (die gab es in der digitalen Antike noch) im ganzen Land. «Ich bekam meinen ersten Job in einer winzigen Nachrichtenredaktion in Butte, Montana, einem der kleinsten Fernsehmärkte des Landes. Ich war noch nie von zu Hause weg gewesen…»

Es sollte ein kurzes Gastspiel zum Karrierestart werden: «Zwei Wochen später wurde der Sender geschlossen.»

«Ich glaubte nicht daran…»

Savannah Guthrie
Instagram / @savannahguthrie
Savannah Guthrie

Sie dachte, dass ihr Traum vielleicht albern sein könnte. Doch schliesslich bekam sie eine Stelle bei einem anderen Sender. Etwa sechs Jahre lang arbeitete sie bei den Lokalnachrichten.

Dann wollte sie zu einem grösseren Fernsehsender in einer grösseren Stadt. «Ich dachte, ich sei nicht gut genug und fürchtete den Prozess, immer wieder Bänder einzuschicken und abgelehnt zu werden.»

Sie begann, Jura zu studieren und als Anwältin zu praktizieren. Aber nach ein paar Jahren war der Traum vom Fernsehen immer noch da. «Ich begann, bei ‘Court TV’ zu arbeiten, einem Sender, der über Gerichtsverhandlungen im ganzen Land berichtete.» Mit der Zeit trat sie als Rechtsanalystin bei verschiedenen Sendern auf, unter anderem bei «NBC».

Blick auf Hoffnung richten

Heute hat sie es bis in die «Today Show» geschafft, die sie mit moderiert. Dort erhalten Moderatoren und Produzenten jeweils eine Informationsmail darüber, was in der Nacht passiert ist und was ins Programm aufgenommen werden kann. «Es ist ein erschütterndes, deprimierendes Dokument. Es ist, als wäre alles überall schrecklich. Es ist nicht leicht, jeden Tag damit aufzuwachen.»

Ziel der Sendung ist es jedoch, Licht zu verbreiten. «Das bedeutet nicht, die sehr realen Probleme der Welt zu beschönigen oder zu ignorieren.» Wenn man vom Zustand der Welt entmutigt sei, könne man sich aber an eine höhere Instanz wenden. «Deshalb ist mir mein Glaube so wichtig.»

«Ich will mir kein dickes Fell zulegen»

«In diesem Geschäft berichten wir über viele traurige Geschichten und ich will mir kein dickes Fell zulegen», sagt Savannah Guthrie. «Ich will nicht, dass mein Herz angesichts des Leids hart und kalt wird.»

Sie denke oft an die Verse aus der Bibel, Psalm 121, Verse 1 und 2. Dort steht: «Ich schaue hinauf zu den Bergen – woher kann ich Hilfe erwarten? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat!»

Sie konzentrierte sich auf den ersten Teil dieser Passage: «’Ich schaue hinauf zu den Bergen’. Wenn wir von der Traurigkeit der Welt, von unserer eigenen Traurigkeit verzehrt werden, schauen wir normalerweise nach innen, und manchmal müssen wir nach oben und nach aussen schauen. Nach Hilfe, die am Horizont erscheint, nach Perspektive, nach Sonnenschein, nach dem Glauben, dass nicht nur Hilfe unterwegs ist, sondern dass die Hilfe von Gott selbst kommt. Er ist allmächtig und er hat eine Perspektive, die ich als Mensch nicht haben kann. Wir brauchen Hoffnung.»

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