Sängerin Audrey Assad – «IS-Täter sind auch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen»

Audrey Assad: the daughter of a Syrian refugee
Audrey Assad
22.2.2017
2 min

«Mein Vater ging durch ein Drama, bis er zu dem Mensch wurde, der er heute ist», erinnert sich Audrey Assad. «Er war ein Flüchtling, der aus Syrien hierherkam.» In der Hauptstadt Damaskus war er zur Welt gekommen. Scheidung und anschliessende Obdachlosigkeit trieb die Mutter mit den Kindern in den Libanon.

Als alleinerziehende Mutter lebte sie in Armut. Sie war nicht in der Lage, ihre Kinder vor den Gefahren daheim zu beschützen, die in den 1970er-Jahren im Nahen Osten lauerten. Dank ihres Flüchtlingsstatus konnte sie aber in die USA auswandern.

Keine Diskriminierung erlebt

Riad, so hiess Audreys Vater, wurde im Laufe der Zeit stolzer US-Amerikaner und Geschäftsmann, der sich für seine Mitmenschen einsetzte. Sein Drive und Charakter machten Audrey zu der Künstlerin, die sie heute ist.

«Ich sehe wie die weibliche Kopie meines Vaters aus», sagt die Sängerin. «Ich gehe problemlos als weisse Amerikanerin durch und erlebe nicht die Diskriminierung, die anderen wiederfährt.»

Doch ihre Wurzeln sind ihr dennoch wichtig, «ich sehe mich als Syrien-Amerikanerin – das war für mich eine grosse Verlagerung.» Dies geschah insbesondere, als der Krieg in der Heimat ihres Vaters ausbrach. «Ich litt mit meinem Volk.»

«Weil ich eine Flüchtlingstochter bin»

Sie sah das Video, in welchem der Islamische Staat 21 ägyptische Christen hinrichtete. Das Gesehene ging ihr nahe, auch aus der Perspektive Gottes: «Die Täter sind ebenfalls nach dem Ebenbild Gottes geschaffen. Wie schwer muss es für einen Vater sein, wenn er seine Kinder solche Dinge tun sieht!»

Für die Verstorbenen schrieb sie noch am selben Morgen das Lied «Even unto death» («Selbst bis in den Tod»). «Flüchtlinge willkommen heissen bedeutet, Jesus willkommen zu heissen», sagt die Sängerin. «Ich bin so, wie ich bin, weil ich die Tochter eines syrischen Flüchtlings bin.»

Videobeitrag über Audrey Assad:

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Story
Elian-Meier

«Wir leben noch nicht im Himmel»

Elian und Simon Meier engagierten sich in Guinea für die lokale Bevölkerung. Als Kinder Gottes und im Dienst für ihn vertrauten sie darauf, dass er ihre Familie schützen würde. Doch dann wurden sie mit einer anderen Erfahrung konfrontiert.
Story
juli-rudolph

Wie ein altes Worship-Video Juli zurück zu Jesus führte

Young, wild and free – so könnte das Motto der heute 21-jährigen Juli Rudolph in ihrer Teenagerzeit gelautet haben. Sie wusste, dass es einen Gott gibt. Doch mit der Zeit spielte dieser Glaube in ihrem Leben kaum noch eine Rolle. Dann kam eine Nacht, in der sie sich ein jahrealtes Worship-Video ...
Story
andreheiniger

Vom Spitzenkoch über den Ruin zu neuem Leben

Nach einer schwierigen Kindheit startet André Heiniger voller Elan ins Berufsleben und hat sofort grossen Erfolg. Er wird reich, macht sich selbstständig und lebt für seine Karriere. Doch dann bekommt er eine schwierige medizinische Diagnose.
Story
Sophia im Studio

Ihr war alles egal – bis ihre Welt zusammenbrach und plötzlich Friede kam

Eigentlich war Sophia mit dem Grundgefühl durchs Leben gegangen, dass alles egal sei. Doch als sie mit 18 Jahren ungeplant schwanger wurde, brach dieses Gefühl plötzlich auf. Sie war verzweifelt und hilflos – und zugleich fühlte sich dieser Moment so real an wie lange nichts mehr. Zum ersten Mal ...