Nach Terrorangriff – «Mama, hasst du uns jetzt?»

Marike Veldman
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Marike Veldman
8.12.2016
3 min

Über 32 Jahre lang ist Marike Veldman Pflegemutter von insgesamt mehr als 20 arabischen Kinder. Dann wird sie Opfer eines Terroranschlages auf einen Jerusalemer Bus. Für die ehemaligen Pflegekinder ist es hinterher nur schwer nachvollziehbar, wie ihre Mama den Angreifern vergeben kann. Doch für Marike ist das eine Entscheidung.

Die Holländerin hatte sich als junge Frau entschieden, nach Israel zu gehen, um arabischen Kindern zu helfen. «Ich hatte kein Geld, ich hatte nichts, einzig das Versprechen Gottes aus Psalm 10, dass er sich um die Waisen kümmert», berichtet die Frau gegenüber CBN News. «Auf diese Weise startete ich mein Heim, einfach im Glauben. Ich mietete ein Haus, dekorierte es und dann kamen nach und nach die Kinder – über einen Zeitraum von 32 Jahren.»

Der Angriff

Am 13. Oktober 2015 fuhr Marike wie gewohnt mit dem Linienbus Nummer 78 durch Jerusalem, als zwei Männer in den Bus stiegen. «Sie sahen total verdächtig aus und ich dachte, 'Warum lässt der Busfahrer die rein?' Dann begannen sie, rumzuschreien. Es waren Terroristen, einer hatte eine Pistole, der andere ein Messer. Der Mann mit dem Messer warf sich auf mich, stiess mich gegen das Fenster und begann, in meine Schulter, meine Brust und meine Hände zu stechen.» Der andere Mann ging in den hinteren Teil des Busses und schoss um sich. «Die ganze Zeit, während der Mann auf mich einstach, sagte ich immer wieder auf Holländisch: 'Oh, Herr Jesus!'» Dann liess der Mann sie mit einem Mal los und ging ebenfalls nach hinten. Als sie Glas brechen hörte und die Tür sich öffnete, stieg sie blutend aus dem Bus. Ein Mann, der im Auto vorbeifuhr, rief einen Krankenwagen.

Kein Hass, sondern Dank

Im Krankenhaus wurden ihre sechs Stichwunden und der Pneumothorax erfolgreich behandelt. Bald kamen viele der ehemaligen Pflegekinder sie im Spital besuchen. «Eine der ersten Fragen meiner Kinder war: 'Mama, hasst du uns jetzt? Hasst du die Araber?'» Doch das war für Marike keine Frage. Sie war und ist sich bewusst, dass Gott sie dazu berufen hat, für die Araber da zu sein. So antwortete sie den ehemaligen Pflegekindern: «Ich war so dankbar, dass ich lebendig aus dem Bus steigen durfte, dass ich Gott einfach dafür gedankt habe. Ich habe nie daran gedacht, dass ich die Araber jetzt hassen könnte. Ich habe vielmehr dem Mann vergeben, der mich angegriffen hat.»

Vergeben, eine Entscheidung

Dies machte für ihre Besucher keinen Sinn, erinnert sich Marike. Wie konnte sie jemandem vergeben, der sie töten wollte? Doch Marike erklärte ihnen, wie Gott jedem einzelnen vergeben hat. «Vergebung ist eine Entscheidung. Ich möchte mich dafür entscheiden, zu vergeben. Und sobald du diese Entscheidung getroffen hast, wird dir Gott dabei helfen. Das ist seine Gnade. … Dieses Erlebnis, diese ganze schreckliche Sache, hat mich näher zu Gott gebracht. Er hat gezeigt, dass er ein wunderbarer Gott ist. Wir dienen einem wundervollen Gott und er ist gut!»

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