Josh McDowell – «Nichts im Leben ist zu gross, als dass Gott es nicht wiederherstellen könnte»

5.8.2016
3 min

Er gehört zu den bekanntesten christlichen Autoren unserer Zeit: Josh McDowell. Bücher wie «Wer ist dieser Mensch», «Die Tatsache der Auferstehung» oder «Die Bibel im Test» des Bibel-Apologeten wurden in diverse Sprachen übersetzt und vielfach auf der ganzen Welt gekauft. Dass sein Leben überhaupt nicht vielversprechend begann, wissen viele nicht.

Er wollte sich mit elf Jahren sogar umbringen, gestand der mittlerweile 76-jährige Evangelist kürzlich auf dem Kongress «Together 2016». Grund war, dass er im Alter von 6 bis 13 Jahren jede Woche von einem Mann vergewaltigt wurde, den seine Mutter als Haushälter angestellt hatte. Jedes Mal, wenn die Mutter über das Wochenende die Stadt verliess, verlangte sie von ihrem Sohn, dass er dem Mann aufs Wort gehorchen sollte; wenn nicht, drohten ihm harte Strafen.

«Ich werde dich töten!»

Mit neun Jahren fand McDowell den Mut, seiner Mutter von dem Missbrauch zu erzählen, doch sie glaubte ihm nicht. Vielmehr nahm sie ihn mit sich in den Garten und begann, 30 Minuten lang mit einem Stock auf ihn einzuschlagen. Erst, als er endlich «Ich lüge, das stimmt doch nicht» schrie, hörte sie auf.

Mit 13 Jahren spitzte sich die Situation zu, bis Josh eines Tages, als der Mann sich wieder an ihm vergreifen wollte, dessen Hals zwischen die Finger bekam, ihn gegen die Wand stemmte und ihm drohte: «'Wenn du mich je noch einmal anfasst, werde ich dich töten!' … Und das hätte ich auch getan», erinnert sich McDowell heute.

Der jahrelange Missbrauch liess ihn in absoluter Angst vor Männern aufwachsen. Auch, als eine Gruppe von Christen an der Uni ihm vom liebenden Vater im Himmel erzählten, prallte das von ihm ab, war doch sein leiblicher Vater ein Alkoholiker, der ihn ebenfalls misshandelt hatte. Erst deutlich später begann er, sich dem christlichen Glauben gegenüber zu öffnen und nahm Jesus Christus in sein Leben auf.

Vergebung

Zu dem Zeitpunkt wusste er, dass er mit jemandem darüber sprechen musste, und erzählte einem Freund von dem Missbrauch. Im Gegensatz zu allen anderen, die von seiner Vergangenheit wussten, glaubte ihm sein Freund – das war alles gewesen, wonach sich McDowell gesehnt hatte, jemand, der ihm glaubt. Doch sein Freund drängte ihn dazu, dass er dem Mann vergeben sollte, der ihn so oft vergewaltigt hatte. Irgendwann fand McDowell den Mut, ging zum Haus des Mannes und vergab ihm. «Es gibt nichts in deinem Leben, das zu gross wäre, als dass Gott es nicht wieder herstellen könnte, oder zu klein, als dass es ihn nicht interessieren könnte», erklärte McDowell vor den Tausenden von Zuhörern der «Together 2016»-Konferenz.

Die Lebensgeschichte von McDowell wurde bereits 2011 in dem Dokudrama «Kompromisslos» verfilmt, der zum 50-jährigen Jubiläum des Werkes von McDowell veröffentlicht wurde. Ins deutschsprachige Europa kam der Film zwei Jahre später.

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