Fazit im fortgeschrittenen Alter – Über die Bücher gehen

Es ist gut, innezuhalten und Bilanz zu ziehen
Unsplash / Centre for Ageing Better
Es ist gut, innezuhalten und Bilanz zu ziehen
Ein Leben lang ging alles gut – na ja, so einigermassen. Jetzt, in den späten 50ern, geschah etwas, auf das Ernst reagieren musste. Und er reagierte auf ungewöhnliche Art.
14.2.2025
3 min

«Eigentlich ging es mir im Leben nicht schlecht», erzählt Ernst (Name geändert) im Gespräch. «Ich habe einiges erreicht, bin geschieden, und kann mich im Allgemeinen nicht beklagen. Aber dann geschah etwas, das mich veranlasste, in meinem Leben über die Bücher zu gehen.»

Nein, es war nicht nur der Krebs. Zwar war die Diagnose positiv, aber Ernst liess sich nicht unterkriegen. Zusammen mit seiner Freundin bemühte er sich um eine positive Lebenshaltung, und tatsächlich – den Voraussagen zum Trotz lebt Ernst heute noch, und der Krebs ist zum Stillstand gekommen. Aber die Krankheit hatte eine andere, tiefere Folge: Ernst fing an nachzudenken.

Bilanz gezogen

«Ich habe mich hingesetzt und mal mein ganzes Leben angeschaut. Ich habe richtig Bilanz gezogen. Was war wichtig? Wo kam ich her? Wo ging ich hin? Wem war ich verantwortlich?», erzählt Ernst. «Ich bin richtig über die Bücher gegangen – zusammen mit meiner Freundin. Wir haben gemerkt, dass wir einen vergessen hatten – unseren Schöpfer nämlich. Wir hatten so gelebt, als wenn es ihn nicht gäbe. Und ich hatte immer dieses innere Gefühl, als wenn ich von ihm abgeschnitten bin – und ihn doch irgendwie brauchte.» Der Prozess zog sich über einige Monate hin, bis Ernst und seine Freundin schliesslich an einem Abend einen Schritt taten.

Gott anvertraut

«Wir haben einfach gebetet und Gott gesagt, dass wir ihn brauchen. Und dann haben wir uns Gott verschrieben – wir haben beschlossen, dass wir jetzt für ihn leben wollen.» Das war für Ernst und seine Freundin ein Schritt, der Folgen hatte. «Wir sind so richtig froh geworden. Irgendwie hat sich da eine Lücke gefüllt», beschreibt er seine Erfahrung. «Wir haben noch viel zu lernen – aber wir sind echt motiviert, mehr von diesem Gott zu erfahren.»

Umdenken

Was Ernst im Gespräch beschrieb, ist eine Erfahrung, die Menschen in jedem Lebensalter machen. «Es ist Zeit. Gottes Herrschaft ist gekommen. Geht über die Bücher, kehrt um und glaubt an Gottes Rettung» (Markus-Evangelium, Kapitel 1, Vers 15). Mit diesem Aufruf hat Jesus seine öffentliche Wirkung angefangen. Gewiss, solch eine Umkehr braucht den Mut, eine Lebens-Bilanz auszuhalten und aus gewissen Erkenntnissen eine Konsequenz zu ziehen. Es mag einfacher sein, einfach weiterzuwursteln. Aber Jesus sucht bis heute Menschen, die bereit sind, unsere eingebaute Sehnsucht nach Gott ernst zu nehmen. «Wollen wir die letzten 20 oder 30 Jahre unseres Lebens so verbringen? Wollen wir ohne Gott alt werden?» Ernst und seine Freundin gingen über die Bücher – und liefen in Gottes offene Arme. Umkehr ist oft die schnellste Art, voranzukommen.

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