Vom Gefängnis auf die Kanzel – Verfolgt, gefoltert, getragen: Ein Bischof berichtet

James Alexander
Christian Daily International
James Alexander
Christsein als Verbrechen, Kirchen in Trümmern – und doch Hoffnung: Der südsudanesische Bischof James Alexander gibt bewegende Einblicke in seine Zeit der Gefangenschaft und wie Gott selbst in der Finsternis neue Wege bahnte.
9.6.2025
3 min

James Lagos Alexander, leitender Bischof der «African Inland Church», gab beim gerade zu Ende gegangenen «Europäischen Evangelisationskongress» in Berlin ein eindrucksvolles Zeugnis ab: Er berichtete von Gefangenschaft, Folter – und schliesslich vom Triumph des Glaubens.

Bischof Alexander schilderte eindringlich, wie das Evangelium selbst unter brutalster Verfolgung seine Kraft entfaltet. Während des sudanesischen Bürgerkriegs von 1983 bis 2005 sei es im Norden des Landes de facto ein Verbrechen gewesen, Christ zu sein.

Die arabisch-muslimische Regierung hatte den Dschihad gegen den mehrheitlich christlichen Süden (der sich 2011 als derzeit jüngstes Land Afrikas vom Sudan abgespalten hat) erklärt – Christen wurden getötet, verhaftet, Kirchen bombardiert.

Im Gefängnis geschlagen

«Wir sahen mit eigenen Augen, wie Kirchen niedergewalzt wurden. Pastoren kamen ins Gefängnis und wurden geschlagen», erinnerte sich Alexander. Trotz dieser Einschüchterung gingen er und seine Mitstreiter mutig auf die Strasse, um das Evangelium zu verkünden – wissend, dass ihnen Haft und Folter drohten.

Die Zustände in den Gefängnissen seien entsetzlich gewesen: «Man will dort nicht einmal eine Stunde bleiben.» Doch weder Schläge noch Qualen konnten ihren Glauben erschüttern. Besonders ein Bibelvers trug sie durch diese Zeit: «Seht es als einen ganz besonderen Grund zur Freude an, meine Geschwister, wenn ihr Prüfungen verschiedenster Art durchmachen müsst. Ihr wisst doch: Wenn euer Glaube erprobt wird und sich bewährt, bringt das Standhaftigkeit hervor.» (Jakobus Kapitel 1 Verse, 2 und 3)

«Ich lebe!»

Besonders bewegend war für Alexander die Begegnung mit einem alten Freund, Pastor Jeremiah, den er seit 30 Jahren nicht mehr gesehen hatte – seit der Zeit ihrer gemeinsamen Inhaftierung. «Wir wurden gemeinsam gefoltert, gemeinsam eingesperrt, gemeinsam predigten wir das Evangelium. Es gab Tage, an denen wir nichts zu essen hatten, aber wir hielten aus – um Christi willen.» Als sie sich wiedersahen, sagte Alexander: «Ich dachte, du seist tot.» Und Jeremiah antwortete: «Ich lebe!»

In seinem Vortrag würdigte Bischof Alexander auch das Vermächtnis jener Missionare, die einst ihr Leben riskierten, um das Evangelium nach Afrika zu bringen. Viele von ihnen starben fernab ihrer Heimat, inmitten der Wildnis des Südsudans. «Ich bin eine Frucht ihrer Arbeit», erklärte Alexander. «Wenn Ihr Vater oder Grossvater in Afrika als Missionar starb – ich bin ein Ergebnis dieser Saat. Eure Hingabe war nicht umsonst!»

Graham: «Ich bin Gast der Kirche»

Doch die Verfolgung wurde noch schlimmer. Missionare wurden ausgewiesen, Pastoren verhaftet, Kirchen zerstört. «Wir waren allein. Viele starben. Niemand schien sich zu kümmern. Wir beteten und weinten – doch das Leiden wurde schlimmer. Es fühlte sich an, als höre Gott uns nicht.» In dieser tiefen Krise wollte Alexander aufgeben. Doch ein Anruf von seinem Freund Gary Lundstrom brachte die Wende.

Kurz darauf reiste Franklin Graham auf Einladung des damaligen Diktatoren Omar al-Baschir – dem Mann, unter dessen Regime Christen verfolgt wurden – in den Sudan. Graham stellte jedoch klar: «Ich bin nicht Gast des Präsidenten – ich bin Gast der Kirche.»

Diese mutige Haltung machte ihn zum Fürsprecher der bedrängten Christen. Alexander und seine Mitstreiter überreichten Graham eine Liste mit Forderungen – darunter das Ende der Verfolgung und der Wiederaufbau zerstörter Kirchen. Unerwartet gab der Präsident nach: Über 500 Kirchen konnten wieder errichtet werden.

Ein Glaube, der Leben verändert

Bischof Alexander schloss seinen Bericht mit einem eindringlichen Appell: Das Evangelium sei eine Kraft, die nicht nur Einzelne, sondern ganze Gemeinschaften verwandle. Als Beispiel nannte er einen ehemaligen Alkoholiker aus seiner Gemeinde, der trotz Armut voller Freude lebte – so sehr, dass ein wohlhabender Nachbar durch dessen Zeugnis selbst zur Kirche fand.

Seine Botschaft: Auch unter widrigsten Umständen bleibt das Evangelium eine Kraft, die Hoffnung schenkt und Veränderung bewirkt; selbst dort, wo es am wenigsten erwartet wird.

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