Pol Pot-Regime überlebt – Von Todesliste ins Buch des Lebens

Manith Sanchez weiss: Gott sorgt für sie!
zVg. / Imb
Manith Sanchez weiss: Gott sorgt für sie!
Manith Sanchez floh Ende der 1970er Jahre aus der brutalen kambodschanischen Diktatur von Pol Pot. Gott kannte sie noch nicht. Doch ihre Flucht war für sie der unmissverständliche Beweis, dass Gott für sie sorgte.
22.3.2024
3 min

«Ich wäre mehrfach fast getötet worden», blickt Sanchez zurück. «Mir hätte alles Mögliche wiederfahren können, aber aus irgendeinem Grund hat Gott meinen Weg vorbereitet.»

Sanchez wuchs auf einem Bauernhof in den Ausläufern der kambodschanischen Berge auf. Sie liebte die Landwirtschaft und die Schule in ihrem kleinen Dorf, in dem sie jeden kannte. Gerne trank sie mit ihrer Grossmutter eine Tasse warmen Jasmintee vor dem Haus und beobachtete den Sonnenaufgang und rief den Nachbarn Morgengrüsse zu.

«… aber Gott kannte mich»

Maniths Familie hielt sich strikt an die buddhistischen Traditionen ihrer Kultur; doch Manith hegte einen tiefen Widerstand gegen die Religion Kambodschas. «Aus irgendeinem Grund war ich immer gegen diese buddhistische Kultur.»

Sie denkt, dass Gott schon damals ihr Herz lenkte. «Er hatte bereits Pläne für mich. Ich kannte ihn noch nicht, aber er kannte mich schon.»

Sie war eine vorzügliche Schülerin und es war geplant, dass sie nach dem Abitur im Ausland studieren sollte. Doch dann übernahmen im Jahr 1975 kommunistische Kräfte den Staat. Bald verbreiteten sich Schreckens-Gerüchte über Massenmorde im ganzen Land.

Auch Manith stand auf der Liste

«Mein Name stand auf der Liste jener, die getötet werden sollten, weil ich gebildet war», wusste Sanchez mit der Zeit. «Ich war zudem mit einem Mann verheiratet, der für die vorherige Regierung gearbeitet hat, also standen wir beide auf der Liste.»

Ein Jahr später, 1976, wurde die Stadt, in der Manith lebte, bombardiert. Als die Stadt in Chaos und Terror versank, floh sie mit ihrer Familie. Es wurde eine jahrelange Reise, bis sie schliesslich die Stacheldrahtgrenze Thailands erreichte und sich mit ihren beiden Kindern enganliegend am Körper durch einen Kugelhagel in Sicherheit brachte.

Ein Mann namens Jesus

Im thailändischen Flüchtlingslager Khao I Dang hörte Manith zum ersten Mal den Namen Jesus. Sie sah Paul, einen Missionar aus den USA, mit einem dicken schwarzen Buch unter einem schattigen Baum stehen. Er sprach über einen Mann namens Jesus.

Es dauerte nicht lange, bis sie regelmässig unter dem Baum sass, um mehr über Gott zu erfahren. Sie erhielt eine Bibel in ihrer eigenen Sprache.

Manith wollte Jesus begegnen. Viele Flüchtlinge schmiedeten Pläne, sich in einem anderen Land ein neues Leben aufzubauen … und Manith fragte, ob sie sich im Himmel niederlassen könnte. Paul musste nun doch etwas lachen, was Manith überraschte. Sie studierte die Bibel, wurde Christin und sie liess sich in dem Fluss taufen, der durch das Lager floss.

«Er hat mich gefunden»

Später zog sie in die USA und verfasste ein Buch über ihre Erlebnisse namens «The List». Sie ist dreifache Mutter und sechsfache Grossmutter.

«Seit dem Tag, an dem ich Jesus kennengelernt habe, wünsche ich mir aus tiefstem Herzen, dass jeder auf der Welt ihn kennenlernt. Nicht ich habe ihn nicht gefunden, sondern er hat mich gefunden.»

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