Aktiv mitgestalten – Wir können an Gottes Welt mitbauen

Das Neue Testament lädt die Nachfolger von Jesus ein, auf eine gute Weise subversiv zu sein. Mitten in die Diktaturen, Monarchien und Demokratien dieser Welt sollen sie Gottes Welt bauen, indem sie Gottes Herrschaft aufrichten.
15.3.2025
2 min
Deinen Teil zum Reich Gottes beisteuern.
envato/ FamilyStock
Deinen Teil zum Reich Gottes beisteuern.

Diese Welt fällt nicht durch Machtsymbole oder -Gebäude auf. Sie kennt weder Polizei noch Armee. Und es braucht ein gutes Gespür, um sie überhaupt wahrzunehmen. Und dies, obwohl das Neue Testament von einem Reich spricht: vom «Reich Gottes».

Ganz einfach gesagt: Gottes Reich ist da, wo Gott voll und uneingeschränkt regiert und seine Ziele durchsetzt. Und dies tut er meistens sehr diskret. Durch Menschen, die nach seinen Absichten handeln. Meistens sind dies nicht Menschen in Machtpositionen. Es ist eine Perversion, wenn machtbesessene Leute versuchen, göttliche Macht mit weltlicher Macht zu verbinden. So entstehen die schlimmsten Diktaturen.

Einfluss nehmen durch Verzicht

Hinter dem, was Jesus mit dem Begriff «Reich Gottes» umschrieb, steckt vieles, was er etwa in den «Seligpreisungen» erwähnte. Darin bezeichnete er zum Beispiel Menschen als glücklich, die darauf verzichten können, in jedem Fall ihre Rechte durchzusetzen. Also Menschen, die in der Lage sind, mit Rücksicht auf ihre eigenen Werte auch auf ihre Rechte verzichten zu können. Dahinter steht die Einsicht, dass Menschen, die immer ihrem Recht nachrennen, sehr unglücklich werden können.

Wer jedoch konsequent nach der Realisierung des Reiches Gottes aus ist, könne sich die Sorge um vieles in der Welt sparen, mit denen sich die Menschen plagen, sagte Jesus einst einer erstaunten Zuhörermenge. Er werde oft erfahren, dass ihm vieles einfach «zufalle».

Menschen, die nach den Leitworten Glaube, Hoffnung und Liebe handeln, beeinflussen ihre Umgebung mehr als konkrete Machtstrukturen dies können. Echter Frieden entsteht z. B. dort, wo Menschen auf Forderungen und scheinbare Rechte im gegenseitigen Einverständnis verzichten können. Friede, der diktiert wird, ist immer ein brüchiger Friede.

Ein freiwilliges Reich

Gottes Reich ist überall da, wo Menschen sich freiwillig und ganz Gottes Leitung unterstellen und ihm gehorchen. Im einzelnen Menschen funktioniert Gottes Reich so weit, als dieser Gott seine Lebenskraft, Lebensbereiche, Zeit, Begabungen, Charakterausprägungen usw. zur Verfügung stellt.

Auf die kritische Frage der prüfenden Pharisäer nach dem Zeitpunkt der Aufrichtung von Gottes Reich, konnte Jesus schlicht antworten: «Siehe, das Reich Gottes ist in eurer Mitte!» Es bestand in den einfachen und wenig gebildeten Nachfolgern, die seine Absichten in die Tat umsetzten. Auch heute.

Wo müsste sich unser Verhalten im Sinne der Leitworte zum Bauen des Reiches Gottes ändern, um eine aktuelle Situation positiv zu verändern?

Dieser Artikel erschien im Juni 2004 auf Jesus.ch

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Thema
gruppe-lauft-auf-dem-feld

Glauben geht nur gemeinsam

Wer andere zum Glauben einlädt, betont dabei oft die persönliche Seite: «DU musst entscheiden, was das für DICH bedeutet.» Das ist nicht falsch, aber zu einseitig. Tatsächlich zeigt die Bibel einen sehr gemeinschaftlichen Glauben.
Thema
eine-gruppe-von-menschen-die-um-einen-tisch-sitzen

Warum Pastoren keine Dienstleister sind

Was ist eigentlich die Hauptaufgabe eines Pastors? Viele würden spontan sagen: predigen, organisieren, leiten, Seelsorge anbieten, Programme entwickeln. Und ja, all das gehört dazu. Doch wenn wir ins Neue Testament schauen, entdecken wir eine tiefere, zentrale Priorität: Menschen befähigen.
Thema
Frau-spricht-mit-mikrofon

Echt sein – um Gottes willen!

Gerade da, wo Menschen zugeben, dass sie an ihre Grenzen kommen, wird Glaube real. Plötzlich ist Gott da. Mitten im Raum. Man merkt: Hier sind wir «brutto» zusammen, nicht nur mit dem Sonntagsgesicht.
Thema
Wie hältst du am Glauben fest?

Peilung behalten – Damit der Glaube bleibt

Christen sollen an ihrem Glauben festhalten. Aber was heisst das? Kann einem der Glaube - wenn man nicht aufpasst – ganz plötzlich abhandenkommen?