Die Fragen, die Jesus stellte – «Wie viele Brote habt ihr?»

Diese Frage ist eine der vielen, die Jesus stellte. Seine Jünger wurden durch die Frage nach den Broten sehr in Verlegenheit gebracht. Doch statt in wilden Aktivismus auszubrechen, suchten sie Rat bei Jesus.
10.8.2024
3 min
Fünf Brote und zwei Fische sättigten Tausende
Unsplash / Paul Hermann
Fünf Brote und zwei Fische sättigten Tausende

Fünf Brote und zwei Fische», so lautet die Antwort der Jünger auf Jesu Frage: «Wie viele Brote habt ihr?» Voraus geht eine provokative Aufforderung: «Gebt ihr ihnen zu essen.» Eine Aufforderung, die die Jünger ratlos macht, empört und in einen falschen Aktionismus treiben könnte.

5000 Menschen haben sich versammelt, irgendwo draussen an einer einsamen Stätte. 5000 Menschen, hungrig geworden vom langen Zuhören. Die Jünger möchten sie wegschicken, damit sie in den umliegenden Dörfern etwas zu essen kaufen können. Jesus aber provoziert seine Jünger: «Gebt ihr ihnen zu essen». Als die Jünger ihn empört fragen, wie sie das anstellen sollen, kommt die Frage:

«Wie viele Brote habt ihr?» Sagt mir ehrlich, was ihr habt, was ihr einbringen, leisten, teilen könnt. «Wie viele Brote habt ihr?» Diese Frage Jesu wird zur Einladung an die Jünger und ebenso an uns, dass wir ihm bringen, was wir haben, egal ob viel oder wenig.

Die Jünger stellten Jesus das Unmögliche vor Augen: Brot kaufen für 5000 Menschen. Jesus aber spricht die Jünger mit seiner Frage auf ihre Möglichkeiten an. Er fragt sie nach ihren Ressourcen. Ihr müsst nicht in die Dörfer gehen, um dort einkaufen. Ihr müsst nicht weggehen. Kommt vielmehr zu mir, mit dem was ihr habt. Bringt mir, was ihr gefunden habt. Vertraut mir eure Ressourcen an, ganz gleich ob es viel oder wenig ist.

«Wie viele Brote habt ihr?» Diese Frage Jesu ist eine Einladung, zu ihm zu kommen und ihm zu bringen, was wir haben und was wir sind. Die Antwort der Jünger «5 Brote und 2 Fische» ist mir zum Zeichen, zum Sinnbild für das wenige geworden, dass ich habe, das ich bin.

Unser Logo, eine Entlastung

Das Logo der Kommunität Diakonissenhaus Riehen stellt die fünf Brote und zwei Fische dar.
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Das Logo der Kommunität DDas Logo der Kommunität Diakonissenhaus Riehen stellt die fünf Brote und zwei Fische dar.iakonissenhaus Riehen

Als wir vor zehn Jahren hier in Riehen unser Geistlich-diakonisches Zentrum eröffnet haben, zu dessen Leitungsteam ich gehöre, da kam ich mir vor wie eines der fünf Brote oder einer der beiden Fische. Ängstlich fragte ich mich, sind wir genug für diese neue und grosse Aufgabe? Heute, nach zehn Jahren, staune ich über die «wundersame Brotvermehrung». Gerade zu Beginn war mir unser Logo eine grosse Hilfe, eine wirkliche Entlastung. Es war wie eine tägliche Einladung: Gib Jesus, was du hast. Gib dich selbst Jesus hin, in seine Hände. Das reicht Lass dich von ihm segnen und in deine Aufgaben stellen.

«Wie viele Brote habt ihr?» Jesus erwartet eine ehrliche Antwort auf seine Frage, kein Schönreden. Dabei geht es ihm nicht darum, uns klein zu machen. Verborgen in Jesu Frage liegt bereits die Antwort, wie das wenige alle satt machen kann. Wie das wenige ausreichen wird. Wie aus dem wenigen ein Überfluss, eine Überfülle entsteht.

«Wie viele Brote habt ihr?» Ich stelle mir vor, dass Jesus am Ende des Essens seine Jünger noch einmal danach gefragt hat. Und nun stehen sie vor ihm, alle Zwölf und jeder hält einen Korb mit übrig gebliebenen Brotresten in seiner Hand. Alle sind sie satt geworden und es ist mehr, als am Anfang vorhanden war. So wirkt Gott. Er schenkt Fülle und Überfluss gerade dort, wo wir ihm das wenige, das wir haben, anvertrauen.

Mir persönlich hilft es sehr, dass ich durch unser Logo Tag für Tag an die Frage Jesu und die Antwort der Jünger erinnert werde. Dass ich Tag für Tag eingeladen bin, mein weniges, meine Begrenztheit Jesus zu bringen -- und ihm zu überlassen. Er spricht darüber das Dankgebet. Er teilt aus und alle werden satt. Auch ich.

Zur Autorin:
Sr. Brigitte Arnold, Pfarrerin, ist seit 2009 Schwester der Kommunität Diakonissenhaus Riehen (CH).

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