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Gabriel Allenbach folgte seiner Berufung bis nach Papua-Neuguinea

Schritte gehen – Der eigenen Berufung nachspüren

Zu hören, wie Menschen rückblickend ihre Berufungsgeschichte erzählen, fasziniert. Für Gabriel Allenbach geht dies noch nicht. Der Jugendliche macht jedoch Glaubensschritte, die ihn bis nach Papua Neuguinea führten.

«Was ist meine Berufung?» Diese Frage beschäftigt viele – besonders junge Christen. So geht es auch Gabriel Allenbach (20) aus Achseten/Frutigen. Intensiv suchte er nach dem Ziel, das Gott mit seinem Leben verfolgt. Er informierte sich über Bibelschulen und unterschiedlichste Dienste, wobei er jeweils Feuer fing, das nach zwei Wochen aber wieder verlosch. Irgendwann, als seine Berufslehre zum Strassenbauer langsam dem Ende entgegenging, bemerkte er das eine Thema, bei welchem die Leidenschaft in ihm irgendwie nicht zu verschwinden schien: Missionseinsätze!

Mit weichen Knien der Berufung nachspüren

An Pfingsten 2024 schrieb Gabriel eine E-Mail ins Missionsbüro seines Gemeindeverbands: «Ich will einen Einsatz machen.» Es folgte ein Bewerbungsverfahren und das Ziel seines Einsatzes wurde zunehmend klar: Papua Neuguinea. In jener Zeit schloss er erfolgreich seine Lehre ab und erhielt in seinem Lehrbetrieb einen Arbeitsvertrag. Ein Job nach der Rekrutenschule war ihm also sicher – und sogar ein dreimonatiger unbezahlter Urlaub wurde ihm zugesichert. Dem Missionseinsatz stand nichts im Weg. Anfang 2025 sollte es losgehen.

Gabriel freute sich, gleichzeitig war ihm aber auch etwas mulmig zumute. Er verfügte weder über Reiseerfahrung, noch über die nötigen Englischkenntnisse. Gabriel erzählt, dass die Vorbereitungszeit von nichts so sehr geprägt war, wie von Gottvertrauen. Allein schon vor den Reisen mit Umsteigen in fremdländischen Flughäfen hatte er grossen Respekt. Letztlich kam er aber gut an – für Gabriel eine grosse Gebetserhörung.

Herausforderung Kulturwechsel

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Gabriels Missionsauftrag baut nicht nur Häuser, sondern auch Herzen auf

In Papua Neuguinea engagierte sich Gabriel für den Bau und Unterhalt von Häusern. Oft war er allein und in der Freizeit hatte er zuweilen Mühe, sich sinnvoll zu beschäftigen. «Ich arbeitete nur mit Einheimischen zusammen», erzählt Gabriel. Der einzige Missionar auf der Station war für Finanzen verantwortlich – da gab es nicht allzu viele Berührungspunkte. «Die Sprache der Einheimischen klang ähnlich wie Englisch.» Mit der Zeit konnte er immer mehr verstehen und sich auch irgendwie verständlich machen.

Zwischendurch arbeitete Gabriel einen Monat auf einer anderen Missionsstation, wo es mehrere Schweizer Familien gab. Hier erlebte Gabriel viel Gemeinschaft mit Schweizern. Das tat gut, denn dies vermisste er wirklich. Besonders fehlte ihm seine Jugendgruppe und seine Familie. Und auch wenn Gabriel mit dem Essen keine erwähnenswerten Schwierigkeiten hatte, vermisste er die frischen Milchprodukte der Schweiz.

Ein gesundheitlicher Zwischenfall

Ein grosser Dämpfer erfuhr Gabriel bereits in den ersten Wochen seines Einsatzes. An einem Wochenende war er unterwegs. Anfänglich verspürte er lediglich ein Unwohlsein. Doch dann wurde ihm plötzlich schwarz vor Augen; er hatte einen Schweissausbruch und seine Hände begannen zu krampfen. «Ich versuchte, die Besinnung zu behalten und schaffte es gerade noch, einen Missionar um Gebet zu bitten.» Als dieser betete spürte Gabriel sofort, wie der Krampf nachliess. Es war eine heftige Attacke, die höchstens eine Stunde dauerte, jedoch das Ende des Ausflugs bedeutete. Nach einer Nacht mit Durchfall und Erbrechen und einem ruhigen Tag im Bett, ging es ihm wieder gut. Gabriel war mit dem Schreck davongekommen.

Berufung gefunden – trotzdem geht die Suche weiter

Trotz der Herausforderungen war Gabriel überzeugt, in Papua Neuguinea am richtigen Ort zu sein und er fühlte, dass der Einsatz länger als die drei geplanten Monate dauern sollte. Per WhatsApp bat er seinen Arbeitgeber um drei weitere Monate unbezahlten Urlaubs und war positiv erstaunt, als dieser ihm dies ohne Umschweife bewilligte – obwohl er dadurch in den arbeitsintensivsten Sommermonaten abwesend sein würde.

«Als ich aus Papua-Neuguinea zurückkam, dachte ich, meine Berufung gefunden zu haben.» Inzwischen hat Gabriel festgestellt, dass er noch immer auf der Suche ist. Wo genau ist sein Platz? Und welche Tätigkeiten warten auf ihn? Zurück in der Schweiz wird er erst einmal Strassen bauen, bevor er sich im Winter dann möglicherweise als Skilehrer nützlich macht. Wie es dann weitergeht? Gabriel weiss es noch nicht. Auf jeden Fall wird er weiterhin bestrebt sein, den Ort zu finden, wo Gott ihn haben will.

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